Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wir beantworten häufig gestellte Fragen zum Thema Stomaversorgung und dem alltäglichen Leben mit einem Stoma. Hier finden Sie die Fragen und Antworten in einer Übersicht.

Sollten Sie selbst eine Frage haben oder einen Hinweis, der anderen Stomaträgern, deren Angehörigen und Interessierten oder sogar auch medizinischem Fachpersonal weiterhelfen kann, zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren.


Allgemein

 

Was ist eine Stomaversorgung?

Stomaversorgungen sind zuverlässige medizintechnische Produkte für Stomaträger. Sie bestehen grundsätzlich aus einer Hautschutzplatte und einem Beutel für die Ausscheidungen aus dem Stoma.

In dem Beutel wird bei einem Kolo- oder Ileostoma der Stuhl bzw. bei einem Urostoma der Urin aufgefangen, bis der Inhalt des Beutels in der Toilette entsorgt wird. Moderne Stomaversorgungen sind feuchtigkeits- und geruchsdicht. So ermöglichen sie dem Stomaträger ein aktives Leben ohne soziale Ausgrenzung.

 

Gibt es eine Alternative zur Stomaversorgung mit Beuteln?

Manche Stomaträger mit einem Kolostoma können ihr Stoma durch Irrigation versorgen.

Nach dieser regelmäßigen Darmspülung haben Kolostomaträger bis zu zwei Tage keine Ausscheidungen. Für das Stoma wird dann lediglich eine kleine schützende Stomakappe benötigt.
Ob ein Kolostoma für die Irrigation geeignet ist, muss der behandelnde Arzt beurteilen.

 

Wie hält die Stomaversorgung am Körper?

Eine Stomaversorgung wird bei fast allen Stomaträgern allein durch die Hautschutzplatte der Stomaversorgung am Körper gehalten. Weiterer Klebstoff oder Pflaster sind nicht erforderlich.

Nur in Ausnahmefällen ist die Verwendung eines zusätzlichen Stomagürtels nötig. Eine dauerhafte Verwendung eines Stomagürtels sollte stets in Absprache mit dem behandelnden Arzt oder dem Stomatherapeuten erfolgen.

 

Was bedeutet Hautschutz?

Die Hautschutzplatte einer Stomaversorgung schützt die Haut rund um das Stoma vor den aggressiven Ausscheidungen aus dem Stoma. Deshalb ist entscheidend wichtig, dass die Hautschutzplatte auch überall rund um das Stoma anhaftet und keine Lücken bleiben.

 

Wie haftet eine Hautschutzplatte?

Die Hautschutzplatte einer Stomaversorgung besteht u.a. aus selbsthaftendem hydrokolloiden Material. Dadurch kann sie nach leichtem Andruck auf der Haut rund um das Stoma zuverlässig anhaften.

 

Was sind Hydrokolloide?

Hydrokolloide haben sich hervorragend bewährt in der modernen Stoma- und Wundversorgung. Das weiche Material ist eine hautverträgliche Mischung natürlicher quellfähiger Bestandteile wie Gelatine, Pektin und pflanzliche Zellulose.

TIPP:
Für Stomaträger, die aus weltanschaulichen oder religiösen Gründen keine Produkte mit tierischer Gelatine anwenden möchten, können alternativ hydrokolloide Hautschutzplatten mit dem pflanzlichen Quellstoff Alginat anwenden.

 

Gibt es Alternativen zu hydrokolloiden Hautschutzplatten?

Neben seinen allgemeinen STOMOCUR® Versorgungen mit hydrokolloiden Hautschutzplatten bietet FORLIFE auch noch seine ganz besonderen STOMOCUR® Versorgungen mit MicroSkin® an. Diese extrem dünnen, sehr flexiblen Hautschutzfolien sind hervorragend geeignet für aktive Stomaträger wie Sportler oder auch Kinder.

 

Was unterscheidet einteilige und zweiteilige Versorgungssysteme?

Ob einteilig oder zweiteilig: Hier kann der Stomaträger frei entscheiden, welches System für ihn ganz persönlich komfortabler und praktischer ist. Beim einteiligen Versorgungssystem sind der Beutel und die Hautschutzplatte einer Stomaversorgung unlösbar miteinander verbunden.

Beim ein- oder mehrmals täglichen Versorgungswechsel wird der gesamte Einteiler entfernt und durch einen neuen ersetzt.

Einteilige Versorgungen sind flach und flexibel, sie passen sich den Bewegung der Stomaträger ist gut an und tragen unter der Kleidung kaum auf. Viele Stomaträger finden es außerdem hygienisch, dass sie beim Wechsel einer einteiligen Versorgung gleichzeitig eine Reinigung der Haut rund um ihr Stoma vornehmen können.

Beim zweiteiligen Versorgungssystem sind Beutel und Haftfläche voneinander getrennt.

Die Hautschutzplatte wird hier oft auch als „Basisplatte“ bezeichnet. Sie haftet am Körper und dient zur Befestigung des Auffangbeutels. Beide Teile werden entweder durch eine spezielle Klebefläche (STOMOCUR® soft-System) oder mit einem Rastring (STOMOCUR® clic-System) dicht miteinander verbunden. Die Basisplatte kann mehrere Tage auf den Körper getragen werden, lediglich die Beutel werden in dieser Zeit ganz nach Bedarf ausgewechselt. Viele Stomaträger finden das praktisch, zeitsparend und vor allem hautschonend. Zweiteilige Systeme sind aber etwas starrer und unflexibler als einteilige Systeme.

 

Was unterscheidet geschlossene und offene Beutel bei einer Stomaversorgung?

Ob geschlossen oder offen: Hier ist meist die Art des Stomas entscheidend. Versorgungen mit geschlossenen Beuteln werden vor allem von den Trägern eines Kolostomas verwendet. Bei einer Versorgung mit offenen Beuteln befindet sich für Träger eines Ileostomas unten an Beutel eine spezielle Klammer oder ein Klettverschluss, für Träger eines Urostomas ein Ablassventil.

Bei geschlossenen Systemen wird der Beutel durch einen neuen ersetzt, sobald er gefüllt ist. Bei offnen Beuteln wird der Verschluss bzw. das Ventil geöffnet und der Inhalt des Beutels wird in die Toilette entleert werden. Es muss dann nicht jedes Mal eine komplett neue Stomaversorgung angelegt werden. Bei künstlichen Darmausgängen werden offene Beutel hauptsächlich von den Trägern eines Ileostomas verwendet, da sie im Verlauf eines Tages größere Mengen von sehr flüssigem Stuhl ausscheiden. Diese offenen Versorgungen für ein Ileostoma werden häufig auch als „Ausstreifbeutel“ bezeichnet.


Im Alltag

 

Wohin mit der alten benutzen Versorgung?

Benutzte Stomabeutel sollten beim Versorgungswechsel in die Toilette entleert werden. Entsorgt werden gebrauchte Stomaversorgungen und weiteres verwendetes Material nur im Mülleimer für den Restmüll.

Stomaartikel dürfen nicht in die Toilette geworfen werden. Das könnte den Abfluss verstopfen und belastet die Abwasserbetriebe. Dies gilt nicht nur im eigenen Haushalt, sondern überall: Auch auf öffentlichen Toiletten, auf Reisen im Flugzeug und in Hotels dürfen Stomaversorgungen nur in dem bereitstehenden Mülleimer entsorgt werden.